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Die Anfänge, sich ernsthaft mit der Entstehung von Porphyrkugeln zu befassen, lagen wohl in Sachsen. Im Streit zwischen dem Landesgeologen Hans Bruno Geinitz und einem genau beobachtenden, leider mehr kränklichen, aber streitbaren Gustav Julius Siegmund Jenzsch unterlag zwar in der Mitte des 19. Jahrhunderts der Nachgenannte mit seiner neuen Idee, die eigentümlichen Gebilde als eine intramagmatische Bildung zu verstehen, aber es war dennoch der Anfang eines bis heute andauernden genetischen Streites, wenn auch auf ständig gehobenem Niveau. 

Irgendwie polarisieren sich um die Bildung der Rhyolithkugeln auch die Fragen der Achatbildung überhaupt, denn die in ihnen anzutreffenden begehrten Abscheidungen werden weltweit gesucht, gefunden und zu deuten versucht.

Die Stadt Chemnitz kann sich ohne Übertreibung als eine Heimstatt der Rhyolithkugelproblematik sehen. Ein Lehrer war es, der diese Gebilde akribisch untersuchte und zu dem Ergebnis kam, die Entstehung der Kugeln als vulkanische  Bomben zu deuten. Sein Name war Ernst Stecher. In keinem Lexikon ist er vermerkt, aber er zählt zu denjenigen, die dafür sorgten, den berechtigten Blick von diesen Gebilden nicht abzuwenden. Sein Hauptobjekt der Untersuchungen war der Quarzporphyr-Pechstein-Körper des Erzgebirgischen Beckens, der im Jahre 1971 von einem Sohn der Stadt als erster Ignimbrit im mitteleuropäischen Raum öffentlich bekannt gemacht werden konnte.

Es wäre sicher an dieser Stelle vermessen, die modernen Bildungsgedanken über die Entstehung der Porphyrkugeln mit ihren zahlreichen Vertretern im Detail zu besprechen. Dennoch ein Ansatz dazu: Sind sie eine reine intramagmatische Erscheinung, spielt die Einwirkung von Wasser, gleich welcher Herkunft eine entscheidenden Rolle, ist die mögliche Liquation von Schmelzen der entscheidende Faktor oder ist überhaupt ihre Bildung einschließlich der Achatmineralisationen magmatischen oder nachfolgenden, sprich den Wirkungen der Verwitterung zu verdanken.

 

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