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Im steinbunten Chemnitz das Himmelblau



Fluorit in den Chemnitzer Kieselhölzern ist Alleinstellungsmerkmal und zugleich Unterscheidungsmerkmal gegenüber Kieselholz anderer Vorkommen. Vorkommen dieses Minerals, chemisch Calciumfluorit, sind für die Region Chemnitz nichts Außergewöhnliches und noch weniger ein "Geschenk des Erzgebirges", wie es in einer Ausstellung zu lesen ist. Das Auftreten des Fluorits steht im Zusammenhang mit dem Mineralisationsgeschehen in der Region überhaupt. 

Fluorit findet sich in Teilen des Zeisigwalder Porphyrtuffs meist als die bekannten dunkelblauen Hydromuskovit-Fluorit-Knollen, ferner in mineralisierten Brekzienzonen karbonischer Konglomerate in Chemnitz-Euba und auch als Lesesteine auf den Feldern in der Gegend um Niederwiesa.

Als Besonderheit steht sein Auftreten östlich von Chemnitz in Rhyolithkugeln zusammen mit einem vulkanischen Glas, das dem Pechstein des Meißner Raumes ähnlich ist. Eine Untersuchung dazu steht jedoch noch aus.






Hydromuskovit-Flourit-Knollen aus dem Zeisigwald-Porphyrtuff (Länge der Stücke ca. 5 cm)


Die Mineralisation in Brekzien- und Gangzonen ist chemisch recht monoton. Als Minerale treten in Paragenese mit Fluorit der bei Sammlern begehrte Paradoxit, ein hydrothermal gebildeter Kalifeldspat, heller Kaliglimmer und natürlich auch Quarz auf. Es handelt sich chemisch um jene Substanzen, die auch beim Verkieselungsprozess relevant sind, nur dass ihre Abscheidung in anderen Gesteinsstrukturen erfolgte. Natriumhaltige Minerale fehlen ebenso.

Auch ist der Fluoritgehalt in den Rhyolithen der Chemnitz–Flöhaer Region nichts Außergewöhnliches. Mit ein wenig Glück man kann ihn mit bloßem Auge in den Rhyolithen von Augustusburg und vom Roten Stein bei Erdmannsdorf als kleine blaue Körnchen erkennen.

Eine Besonderheit stellen die erhöhten Zinngehalte im Zeisigwalder Porphyrtuff dar. Weniger bekannt ist, dass der berühmte Freiberger Mineraloge August Breithaupt bereits um 1830 im Bachlauf von Euba bei Chemnitz Zinnstein waschen ließ und nach der Überlieferung auch fündig geworden sein soll. Aus lagerstättenkundlicher Sicht ist dies zwar bemerkenswert, Anlass zu Bergbau gab es darauf hin aber nicht.

Das Paradoxitvorkommen von Euba, in der Literatur nach der ehemaligen Gastwirtschaft "Hasenmühle" benannt, zählte zu den berühmten Mineralvorkommen von Sachsen und war darüber hinaus über die Landesgrenzen bekannt. Stücke des fleischrosaroten Paradoxits gingen in viele Sammlungen des In- und Auslandes ein.